Leistung messen wir falsch - warum Arbeitszeit und Präsenz 2026 keine gute Kennzahl mehr sind

Viele Organisationen starten 2026 mit klaren Zielen.
Budgets sind verteilt, Erwartungen formuliert, Kennzahlen definiert.

Und doch zeigt sich im Alltag immer wieder dasselbe Muster:
Leistung wird gemessen – aber nicht richtig verstanden.

Denn noch immer orientieren sich viele Unternehmen an Größen, die wenig darüber aussagen, was tatsächlich erreicht wird.

 

Warum Arbeitszeit lange als Leistung galt

Arbeitszeit war über Jahrzehnte eine einfache und scheinbar verlässliche Messgröße.
Sie war sichtbar, vergleichbar und leicht zu kontrollieren.

Wer lange anwesend war, galt als engagiert. Wer früh ging, musste sich erklären.

Dieses Denken war nicht falsch.
Es passte zu einer Arbeitswelt, in der Leistung vor allem über Anwesenheit organisiert wurde.

 

Warum diese Logik 2026 an ihre Grenzen stößt

Wissensarbeit, hybride Modelle und komplexe Aufgaben lassen sich nicht sinnvoll in Stunden messen.

Zwei Menschen können dieselbe Zeit investieren – und dennoch völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Produktivität entsteht nicht durch Präsenz, sondern durch Fokus, Klarheit und Priorisierung.

Arbeitszeit zeigt Aufwand. Sie zeigt keine Wirkung.

 

Der Schaden falscher Messung

Wo Präsenz und Zeit zu zentralen Maßstäben werden, entstehen Fehlanreize.

Mitarbeitende lernen, beschäftigt zu wirken, statt wirksam zu arbeiten.

Meetings ersetzen Ergebnisse. Sichtbarkeit ersetzt Verantwortung.

Das kostet Zeit, Energie und Motivation – und untergräbt langfristig Vertrauen.

 

Was Unternehmen stattdessen brauchen

Wenn Arbeitszeit ihre Funktion als Leistungsmaß verliert, braucht es etwas anderes: Orientierung.

Nicht mehr Kontrolle. Nicht mehr Kennzahlen.
Sondern Klarheit darüber, was gute Arbeit in einem bestimmten Kontext bedeutet.

 

Was Ergebnisorientierung konkret bedeutet

Ergebnisorientierung heißt nicht, jede Leistung zu quantifizieren oder alles messbar zu machen.

Sie beginnt mit einer einfachen, aber oft ungeklärten Frage:
Was soll am Ende erreicht sein?

Daraus ergeben sich klare Zielbilder, die beschreiben, welches Ergebnis zählt – nicht, wie viele Stunden dafür aufgewendet wurden.

Ergebnisorientierung setzt außerdem nachvollziehbare Erwartungen voraus.
Prioritäten werden benannt, Verantwortlichkeiten geklärt, Spielräume definiert.
Fortschritt wird regelmäßig eingeordnet – nicht permanent überwacht.

Wo diese Klarheit besteht, verliert Arbeitszeit ihre Rolle als Ersatzkennzahl.
Leistung muss nicht mehr vermutet werden. Sie wird erkennbar.

 

Warum das Führung verändert

Ergebnisorientierung macht Führung anspruchsvoller.

Sie verlangt Entscheidungen statt Kontrolle, Vertrauen statt Präsenzprüfung
und Gespräche über Wirkung statt über Anwesenheit.

Führung verschiebt sich vom Überwachen zum Ermöglichen.
Nicht weniger Führung, sondern bessere.

 

Leistung messbar machen, ohne Starrheit

Ergebnisorientierung bedeutet nicht, alles zu standardisieren.

Sie bedeutet, gemeinsam zu klären:

  • Woran erkennen wir gute Arbeit?
  • Was zeigt Fortschritt?
  • Wann ist ein Ergebnis tragfähig?

Diese Fragen sind nicht immer einfach. Aber sie sind ehrlicher als jede Stundenerfassung.

 

Fazit

Arbeitszeit war lange eine praktikable Kennzahl. 2026 reicht sie nicht mehr aus.

Unternehmen, die Leistung wirksam messen wollen:

  • lösen sich vom Präsenzdenken
  • schaffen Klarheit über Ziele und Erwartungen
  • stärken Verantwortung und Vertrauen

So entsteht Produktivität, die nicht kontrolliert werden muss – sondern wirkt.

SKALBACH unterstützt Unternehmen dabei, Leistung realistisch zu bewerten, Ergebnisorientierung zu stärken und Führungsmodelle an die Arbeitsrealität von heute anzupassen.

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